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Stadt Ochsenhausen
Gesundheits- und Dienstleistungszentrum auf der Rottuminsel

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

neben den Folgen des demographischen Wandels ist die Sicherung der gesundheitlichen Versorgung im ländlichen Raum eine der größten Herausforderungen, vor der wir stehen. Mit dem geplanten Gesundheits- und Dienstleistungszentrum auf der Rottuminsel wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass die ärztliche Versorgung in und um Ochsenhausen auch zukünftig gewährleistet ist. Ich bin dem Landkreis Biberach dankbar dafür, dass er uns bei diesem wichtigen Vorhaben unterstützt.

Das Gesundheits- und Dienstleistungszentrum im Herzen unserer Stadt ist ein absoluter Gewinn für Ochsenhausen, von dem alle Beteiligten profitieren. Der Landkreis kann die bisherigen ambulanten Leistungen in das Stadtzentrum verlagern, gleichzeitig wird das medizinische Angebot ausgebaut und an einem zentralen Standort konzentriert. Für die Stadt Ochsenhausen ergibt sich der Vorteil, dass die seit langem brach liegende Rottuminsel eine sinnvolle Bebauung erfährt und die Stadt die Möglichkeit erhält, das bisherige Krankenhausareal städtebaulich zu entwickeln. Das Gewerbe profitiert, weil mit den Patienten und Besuchern zusätzliche Frequenz in die Innenstadt kommt und Ochsenhausen als Einzelhandels- und Dienstleistungsstandort attraktiv bleibt. Von einer besseren Verzahnung können sich nicht nur die Ärzte Synergien erhoffen, sondern auch den Patienten kommt ein „Haus der kurzen Wege“ entgegen. Für die Bürgerinnen und Bürger werden so Strukturen geschaffen, die die ärztliche Versorgung in Ochsenhausen und im Umland langfristig sichern.

Ich bitte Sie, dieses für die Zukunft unserer Stadt wegweisende Vorhaben zu unterstützen, und stehe Ihnen für weitere Informationen gerne zur Verfügung.

Ihr

Andreas Denzel, Bürgermeister

 

Warum wollen der Landkreis Biberach und die Stadt Ochsenhausen ein ambulantes Gesundheits- und Dienstleistungszentrum in Ochsenhausen schaffen?

Am 15. März 2011 hat der Kreistag beschlossen, an der Kreisklinik Ochsenhausen zum 31. Dezember 2011 die stationäre Versorgung einzustellen. Dieser Beschluss bedeutete praktisch das Ende für das Ochsenhauser Krankenhaus. Die Entscheidung zur Schließung war für alle Beteiligten sehr schmerzlich, weil das Krankenhaus eine für die ganze Raumschaft sehr wichtige Einrichtung war. Und nicht zuletzt hängen an diesem Haus, in dem seit 1895 kranke Menschen gepflegt und versorgt wurden, auch viele Emotionen.

Die Verantwortlichen in Kreis und Stadt haben sich deshalb dafür eingesetzt, dass nach der Einstellung des stationären Krankenhausbetriebs die ärztliche Versorgung in der Region Ochsenhausen auch für die Zukunft gesichert bleibt. Dies ist sehr wichtig, da vor allem in den ländlichen Regionen ein Ärztemangel droht. Der Kreistag hat deshalb beschlossen, die Kreisklinik Ochsenhausen in ein ambulant ausgerichtetes Gesundheitszentrum umzustrukturieren. Diese Umstrukturierung soll in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Ochsenhausen, der Raumschaft Illertal, den niedergelassenen Ärzten, der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen sowie dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren erfolgen.

Haben wir denn nicht eine sehr gute ärztliche Versorgung in Ochsenhausen?

Ochsenhausen verfügt in der Tat derzeit noch über eine hervorragende ärztliche Versorgung, um die uns viele Städte vergleichbarer Größe beneiden. Allerdings wird in den nächsten Jahren ein Großteil der gegenwärtigen Ochsenhauser Ärzte in den Ruhestand gehen. Deshalb ist es wichtig, nicht abzuwarten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern jetzt mit attraktiven Strukturen die Weichen so zu stellen, dass sich junge Ärzte wohl fühlen und damit die ärztliche Versorgung in Ochsenhausen und im Umland auch künftig gewährleistet ist. Denn gerade junge Ärzte zieht es vermehrt in die Metropolen. Für viele Jungmediziner ist die Aussicht auf ein Leben als selbständiger, allein praktizierender Arzt im ländlichen Raum mit unregelmäßigen und langen Arbeitszeiten wenig attraktiv. Deshalb müssen Kooperationen, Teilzeitmodelle und Anstellungsmöglichkeiten angeboten werden. Ein attraktives Gesundheits- und Dienstleistungszentrum bietet dafür den idealen Rahmen und ist deshalb für unsere Stadt ein äußerst wichtiges Zukunftsprojekt.

Was ist genau geplant?

Ambulante Versorgungsstrukturen und gesundheitsnahe Dienstleistungen (zum Beispiel Krankengymnastik, Physiotherapie, Heilpraktiker, Logopädie, Psychotherapie, Pflegedienste, Selbsthilfegruppen, Seniorengemeinschaften, Sanitätshaus, Krankentransport) sollen vernetzt und in einem Haus zusammengeführt werden. Dabei sollen vorrangig die derzeit noch in der ehemaligen Kreisklinik Ochsenhausen bestehenden Versorgungsangebote in das Dienstleistungszentrum übernommen und um beratende und gesundheitsnahe Dienstleistungen erweitert werden. Es geht also nicht darum, Konkurrenz für die örtlichen Arztpraxen oder Apotheken zu schaffen, sondern die Angebote zentrumsnah zu konzentrieren und zu ergänzen.

Wer will in das Gesundheits- und Dienstleistungszentrum einziehen?

Bereits eine ganze Reihe an Einrichtungen haben konkretes Interesse bekundet, sich im neuen Gesundheits- und Dienstleistungszentrum niederzulassen. Teilweise liegen bereits verbindliche Zusagen vor.

  • Das Deutsche Rote Kreuz, das ohnehin eine neue Rettungswache braucht, möchte mit der notärztlichen Versorgung in das Gesundheits- und Dienstleistungs-zentrum einziehen.
  • Ebenso die physiotherapeutische Praxis, die derzeit noch im Gebäude der ehemaligen Kreisklinik tätig ist.
  • Die haus- und fachärztliche Notfallversorgung soll im neuen Gesundheitszentrum Platz finden. In einem Kooperationsmodell mit der Sana Kliniken GmbH sollen Ambulanzsprechstunden für Kardiologie und Ambulanzsprechstunde für den Bereich Gastroenterologie angeboten werden. Außerdem soll es eine chirurgische Praxis mit Eingriffsräumen für die ambulante Erstversorgung mit einem Durchgangsarzt für Schul- und Arbeitsunfälle geben.
  • Eine psychotherapeutische Praxis für Kinder und Jugendliche beteiligt sich.
  • Das Arbeitsamt hat Interesse an Büroräumen bekundet. Zusätzlich soll ein größerer gemeinsamer Begegnungs- bzw. Besprechungsraum entstehen.
  • Das Kreisjugendamt möchte in einer Außenstelle den Allgemeinen Sozialen Dienst anbieten und die Caritas hat ebenfalls Interesse bekundet, da sie ihre Leistungen künftig verstärkt dezentral anbieten will.
  • Mit der Ökumenischen Sozialstation Rottum–Rot–Iller e.V., die mit ihren ambulanten Pflegeangeboten optimal zu einem Gesundheits- und Dienstleistungszentrum passen würde, werden Gespräche geführt.
  • Das Zentrum für Psychiatrie möchte sich mit einer Außenstelle der psychiatrischen Institutsambulanz beteiligen sowie Betreuungsgruppen für Demenzkranke anbieten.
  • Zusätzlich soll mit einer kleinen Raumreserve sichergestellt werden, dass mittelfristig eine Allgemeinarzt- bzw. Hausarztpraxis hinzukommen kann.

Große Teile des ehemaligen Krankenhausgebäudes stehen leer. Wäre es nicht vernünftiger, das Gesundheits- und Dienstleistungszentrum dort unterzubringen, statt neu zu bauen?

Das ehemalige Klinikgebäude in Ochsenhausen steht derzeit zu rund 80% leer. Es macht zwar auf den ersten Blick einen ganz guten Eindruck, ist jedoch stark renovierungsbedürftig und technisch veraltet. Zusätzlich müsste es aufwändig energetisch saniert werden. Derzeit erwirtschaftet das Haus ein jährliches Defizit von ca. 150.000 €.

Grundsätzlich ließe sich das Raumprogramm des geplanten Gesundheits- und Dienstleistungszentrums dort umsetzen. Um das Gebäude, das eine Krankenhausstruktur aufweist, aber für einen ambulanten Praxisbetrieb tauglich zu machen, müsste das Gebäude umfassend umgebaut und der Grundriss völlig verändert werden. Außerdem wäre es für das Gesundheits- und Dienstleistungszentrum viel zu groß. Letztendlich sprechen aber die Kosten eine deutliche Sprache: Ein Umbau mit Vollsanierung (geschätzte Baukosten in Höhe von 11,4 Mio €) oder eine Sanierung mit Teilabriss (7,4 Mio €) wären erheblich teurer als ein maßgeschneiderter Neubau, der rund 4,7 Mio € kostet. Deshalb ist das Gesundheits- und Dienstleistungszentrum dort auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll.

Ist die Rottuminsel für das Gesundheits- und Dienstleistungszentrum der richtige Ort?

Ein Gesundheits- und Dienstleistungszentrum wird täglich von sehr vielen Kunden und Patienten besucht. Als Standort eignet sich dafür die Rottuminsel in der Innenstadt weit besser als das Grundstück am Siechberg, das von Wohnbebauung umgeben ist. Die Rottuminsel liegt im Sanierungsgebiet „Stadtmitte II“ und ist die wertvollste und zentrumsnächste freie Fläche, über die die Stadt derzeit verfügt. Sie liegt absolut zentral, ist durch die B 312 leicht anzufahren, aber auch für Fußgänger vom Marktplatz aus gut erreichbar. Stellplätze in ausreichender Anzahl können problemlos geschaffen werden.

Die Stadt Ochsenhausen und der Gewerbeverein haben gemeinsam ein Stadtentwicklungskonzept auf den Weg gebracht, das dazu beitragen soll, dass unsere Stadt auch als Einzelhandels- und Dienstleistungsstandort attraktiv bleibt. Ziel ist es, dass es sich in Ochsenhausen auch in Zukunft gut wohnen, arbeiten und leben lässt. Ein Gesundheits- und Dienstleistungszentrum in so zentraler Lage würde als „Frequenzbringer“ die Innenstadt stärken und ist auch von daher zu begrüßen. Diese Standortvorteile werden auch von den künftigen Nutzern gesehen: Einige der genannten Interessenten wollen sich nur beteiligen, wenn das Gesundheits- und Dienstleistungszentrum im Stadtzentrum entsteht.

Gibt es schon Pläne für den restlichen Teil der Rottuminsel?

Das Gesundheits- und Dienstleistungszentrum sowie die dafür erforderlichen Parkplätze sollen auf dem vorderen Teil der Insel gebaut werden. Das Gebäude würde den Lärm der Bundesstraße abschirmen, was für eine Wohnbebauung oder eine anderweitige Nutzung im rückwärtigen Bereich absolut vorteilhaft wäre. Mit dem Straßenbauamt und dem Regierungspräsidium Tübingen finden derzeit Gespräche mit dem Ziel statt, durch einen Kreisverkehr die Verkehrsituation an der Kreuzung am ehemaligen Gasthaus Ochsen zu verbessern. Dies würde sich auch auf die Erschließung der Rottuminsel positiv auswirken.

Konkrete Pläne für den dem Marktplatz zugewandten Teil der Rottuminsel gibt es noch nicht. Die von der Rottum und dem Mühlekanal umrahmte Fläche ist aber sehr attraktiv und bietet eine hohe Aufenthaltsqualität, so dass sie für verschiedenste Nutzungen geeignet wäre.

Was soll mit dem ehemaligen Krankenhaus am Siechberg geschehen?

Das Gesundheits- und Dienstleistungszentrum soll durch den Landkreis Biberach realisiert werden. Der Landkreis will deshalb die für das Neubauprojekt notwendigen Flächen auf der Rottuminsel von der Stadt Ochsenhausen erwerben. Im Gegenzug soll die Stadt Ochsenhausen vom Kreis gegen einen entsprechenden Kostenausgleich das Krankenhausgrundstück einschließlich des großen Parkplatzes am Krankenhausweg erhalten. Anstelle des heutigen Krankenhausgebäudes könnte dann ein hochwertiges Wohngebiet entstehen.

 Dazu müsste allerdings das ehemalige Klinikgebäude abgerissen werden. Der Gedanke, das über 100 Jahre alte Krankenhaus, in dem Generationen von Ochsenhauser Bürgern das Licht der Welt erblickt haben, abzureißen, ist sehr schmerzlich. Trotzdem ist dazu aufgrund des geschilderten Zustandes des Gebäudes und der für die Sanierung aufzuwendenden Kosten keine realistische Alternative erkennbar. Der große Parkplatz am Krankenhausweg soll auf jeden Fall erhalten werden, ebenso der Vogelschutzlehrpfad, den der NABU Ochsenhausen-Ringschnait im Streuobstwiesenbiotop oberhalb der ehemaligen Kreisklinik geschaffen hat.

Wie geht es mit dem Gesundheits- und Dienstleistungszentrum weiter?

Im Vorfeld wurden alle örtlichen Ärzte sowie die übrigen Gesundheitsdienstleister informiert. In einer Bürgerversammlung am 11. März 2014 in der Kapfhalle wurde das Projekt der Bürgerschaft vorgestellt. Der Gemeinderat der Stadt Ochsenhausen hat in der öffentlichen Sitzung vom 17. März 2014 mit großer Mehrheit den Grundsatzbeschluss gefasst, das Gesundheits- und Dienstleistungszentrum auf der Rottuminsel zu verwirklichen. Der Kreistag hat daraufhin in der öffentlichen Sitzung vom 26. März 2014 ebenfalls grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Der Landkreis Biberach wird nun in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Ochsenhausen einen Investorenwettbewerb durchführen. In den Wettbewerbsunterlagen wird eine Mietobergrenze formuliert, um sozialverträgliche Mieten zu erhalten. Sollte dieser Wettbewerb nicht zum gewünschten Ziel führen, wird das Projekt durch den Landkreis als Bauherrn verwirklicht.


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